Aus eigener Kraft kann die Westwacht nicht mehr Meister werden, jedoch hat man in den vergangenen zwei Wochen die besten Voraussetzungen geschaffen um einen Fehler der jeweils nur zwei Punkte besseren Teams der HSG Siebengebirge und des BTB Aachen noch ausnutzen zu können. „Der Druck, nicht patzen zu dürfen, lastet auf den anderen, wir können relativ entspannt unsere Verfolgerrolle spielen, zumal wir auch in puncto Torverhältnis noch einiges aufzuholen hätten“, sieht Westwachts Coach Philipp Havers die Situation vor den letzten fünf Spielen eher gelassen. „Wenn sich die Chance bietet, sind wir natürlich nicht abgeneigt noch einmal in den Kampf um die Meisterschaft einzugreifen, vielmehr glaube ich aber, dass die HSG und der BTB keine Punkte mehr liegen lassen und es jetzt ein munteres Wettschießen um die bessere Tordifferenz an der Tabellenspitze geben wird.“
Derweil steht der Westwacht, dem Papier nach, eine Pflichtaufgabe ins Haus, denn mit dem CVJM Oberwiehl stellt sich am Samstagabend das Tabellenschlusslicht in der Parkstraße vor. Gästetrainer Trainer Florian König hatte Anfang März noch 12 Punkte aus den verbleibenden acht Partien als Weg zum Klassenerhalt vorgegeben und konnte mit seiner Mannschaft unmittelbar einen Überraschungscoup im Derby gegen den TV Strombach (34:27) landen. Einen schnellen Rückschlag kassierte man dann jedoch eine Woche darauf, im Duell gegen die ebenfalls höchst abstiegsbedrohte Kölner Fortuna, als man mit 25:28 das Nachsehen hatte. Schließlich bedeutete die Heimniederlage am vergangenen Wochenende gegen den MTV Köln (22:28), dass der von König vorgegebene Plan von nun an nur noch über Siege führt.
„Wir werden einmal mehr gut daran tun, ein Team aus der unteren Tabellenregion ernst zu nehmen“, ruft Havers seiner Mannschaft die Begegnung gegen den ebenfalls noch abstiegsbedrohten HSV Bocklemünd ins Gedächtnis.  „Genauso sollte uns der Verlauf des Hinspiels Warnung genug sein, die körperlich unterlegenen, aber dafür quirligen, Oberwiehler Rückraumspieler nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.“ Der Erfolg im Hinspiel war seinerzeit nämlich alles andere als souverän. Ziemlich glücklich gewann man am Ende 34:32 – ein Ergebnis das auf Grund der Vielzahl der Gegentreffer schon dafür spricht, dass man zu keiner Zeit die sonst so gewohnt gute Abwehreinstellung zum Gegner fand. „Dass wir das besser können, haben wir in den vergangenen Wochen unter Beweis gestellt und damit gleichzeitig die Grundlage dafür geschaffen, dass wir auch nach den beiden Spitzenspielen gegen Aachen und Siebengebirge noch ungeschlagen in der Rückrunde sind“, fordert Havers den Ehrgeiz seine Jungs heraus, diese Serie, fußend auf einer stabilen Abwehr, weiter auszubauen.
Besondere Achtung sollte die DJK dabei dem Routinier der Wiehler schenken. Mirco Gröbner zieht auf der Rückraum-Mitte geschickt die Fäden und setzt seine Nebenleute gekonnt in Szene.
„Darüber hinaus scheint Oberwiehl recht unberechenbar, es fehlt ihnen an einem dominanten Haupttorschützen, denn mit Gröbner selbst (83 Saisontore), rangiert der beste Werfer der Oberbergischen lediglich auf Platz 15 der Torschützenliste. Erst mit deutlichem Abstand dahinter folgt eine ganze Reihe an Spielern, von denen aber keiner mehr als zwei Feldtore im Durchschnitt erzielt. Als einzige Ausnahme dieser Statistik sollten wir Bastian Schneider auf der Rechnung haben. Der nach Schädelbruch wieder genese Rückraumakteur scheint gut in Form zu sein, denn gegen den MTV Köln hat er letztes Wochenende zehn Mal aus dem Feld eingenetzt“, berichtet der Weidener Coach über die Qualitäten des Gegners.
Ob die Westwacht zum vorletzten Heimspiel dieser Saison vollzählig antreten kann, wird sich kurzfristig entscheiden. Der Einsatz von Torwart Bobo Bayer ist derzeit jedoch krankheitsbedingt höchst fraglich.
DJK Westwacht Weiden – CVJM Oberwiehl (Samstag, 01.04.2017, Anwurf 19.30 Uhr, Halle Parkstraße)

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