Nachdem die Ausfälle von Chris Flöck, Lukas Schuffelen, Pascal Schroeder und Tyrone Schwark bereits vor der Partie feststanden, musste auch noch Kapitän Stefan Kuck verletzungsbedingt passen - entsprechend licht waren die Reihen auf der Weidener Bank und Trainer Philipp Havers war gezwungen in mehrerlei Hinsicht zu improvisieren. Erstmals deutlich wurde dies, als der etatmäßige Linksaußen, Marcel Habisch, im Verlauf der ersten Halbzeit im linken Rückraum auflief um die verbliebenen drei Stammkräfte dort zu entlasten. Denn wie erwartet trat das abstiegsbedrohte Team von Trainer Marcel Goerdes, das die beiden letzten Partien siegreich gestalten konnte, entsprechend selbstbewusst auf.

Bereits die Zwischenstände von 2:2 (10. Spielminute) und 6:6 (20. Spielminute) in der ersten Halbzeit deuteten auf einen knappen Spielverlauf. Zwar erhöhte sich die Treffertaktung in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte, jedoch zeigten sich die Gastgeber durchweg kämpferisch und verkürzten die zwischenzeitliche 10:7 Führung der Westwacht fünf Sekunden vor dem Halbzeitpfiff auf 10:9, ehe Jan Antons mit der Sirene zum 11:9 Halbzeitergebnis traf.

Einer insgesamt guten Defensivleistung, an welcher auch der wieder genesene Bobo Bayer im Tor der Westwacht über den gesamten Spielverlauf hinweg großen Anteil hatte, stand eine mehr als ausbaufähige Abschlussquote im Angriff gegenüber. „Wir hatten vor dem Spiel thematisiert, dass der Weg zu einem weiteren Auswärtserfolg über eine deutliche Steigerung in der Abwehr führen würde, die bis dato knapp 30 Gegentore die wir im Schnitt kassieren, machen es, egal gegen welchen Gegner man spielt, schwer ein Spiel zu gewinnen. Dass im Gegenzug jedoch die Abschlussquote dermaßen in den Keller rauscht, hätte ich nach den zuletzt sehr guten Angriffsleistungen nicht erwartet“, berichtete Havers von einer ungewohnt hohen Anzahl ungenutzter Chancen seines Teams. „Beachtlich war dabei, dass die Wurfauswahl in den meisten Fällen völlig in Ordnung ging, der Ball aber dennoch oft vom ebenfalls gut aufgelegten Schlussmann der Opladener entschärft werden konnte“, ergänzte der Weidener Trainer seinen Eindruck.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit schien zunächst Besserung einzutreten. Durch Treffer von Freddy Hoffmann und Timo Wolff konnte man sich erstmals auf vier Tore absetzen und über weite Teile der zweiten Hälfte zumindest einen 3-Tore-Vorsprung halten.

Doch anstatt den Vorsprung auszubauen, ließ man beim Gastgeber noch einmal Hoffnung auf eine Überraschung aufkeimen. Beim 18:18 in der 53. Spielminute war das Polster wieder gänzlich geschmolzen und der schon sicher geglaubte Erfolg war erneut fraglich. Über 19:19 (56. Spielminute) und 20:20 (57. Spielminute) blieb die Schlussphase spannend, ehe Timo Wolff vom Kreis für die erneute Führung sorgte und Opladen gleichzeitig eine Zeitstrafe kassierte. Eine Minute vor Schluss hatte Opladen nochmals die Gelegenheit zum Ausgleich, jedoch scheiterte Kreisläufer Thimo Heldt mit seinem Wurf an Bobo Bayer, der damit den Sieg fest hielt. Die anschließenden Proteste der Opladener, die beim Abschluss ihres Kreisläufers ein Foul gesehen haben wollten, führten lediglich zu einer weiteren Zeitstrafe, so das Ben Beckers in doppelter Überzahl den Schlusspunkt zum, auf Grund der guten Abwehrleistung, nicht ganz unverdienten Auswärtserfolg setzen konnte.

Torschützen: Beckers (5/1), Antons (5/2), Wolff (4), Hoffmann, Habisch (je 3), Eiche, Schlingensief (je 1)

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