Saisonbericht unserer Mittelrheinmeister-Ladies Was für eine Erfolgsgeschichte!?! Nach der letzten Saison noch fast zwangsversetzt worden in die Verbandsliga, gelingt unseren „Ladies“ eine bisher nie gezeigte Leistung in der Oberliga und sie können sich völlig zu Recht mit 39:1 Punkten , 19 Siegen, einem Remis, keiner Niederlage und einem Torverhältnis von 606:438 Mittelrheinmeister 2017/2018 nennen. Nach einer erfolgreichen und abwechslungsreichen Vorbereitung ging es Anfang September mit einem neu formierten und breiter aufgestellten Kader in die Saison. Die Mannschaft und ich wussten, dass bereits eine positive Entwicklung stattgefunden hat. Das zeigten die Ergebnisse gegen höherklassige Teams in der Vorbereitung. Allerdings sind Vorbereitungsspiele keine Punktspiele. Die Vorfreude und Anspannung waren gleichermaßen hoch, bevor es gegen den Vizemeister der Verbandsliga SSV Nümbrecht ging. 31:18 hieß es nach 60 Minuten und viele in der Halle rieben sich verwundert die Augen und fragten sich, ob es sich um das Team handelte, das letzte Saison 20 Niederlagen kassiert hatte. Ja, das war es und es hat viel dazu gelernt. Jeder konnte feststellen – da wächst was zusammen! Man eilte in den ersten Spielen von Sieg zu Sieg. Nach Nümbrecht mussten die „ Jolden Jörls“ aus Aachen(29:21) daran glauben, Bocklemünd(37:26) und Frechen(36:21) wurden mehr als deutlich geschlagen. Im Bonner Bunker setzte man sich nach einem 13:3 Start noch mit 31:29 durch. Im letzten Spiel vor der Herbstpause sollte es zum spannendsten Spiel der gesamten Saison aus Sicht unserer Ladies kommen. Siebengebirge hatte lange mit 2-3 Toren geführt. Erst in der Schlussphase setzte sich der spätere Mittelrheinmeister ab und gab die Führung nicht mehr her(23:20). 6 Spiele , 6 Siege hieß es Ende Oktober, während sich die Konkurrenz gegenseitig die Punkte nahm, waren es Roetgen und unsere Ladies, die an der Spitze thronten. Einzig ein Remis von Roetgen gegen Schwarz-Rot machte zu dem Zeitpunkt den Unterschied. Der lückenhafte Spielplan sorgte dafür, dass wir im November und Dezember jeweils nur ein Ligaspiel absolvierten. Beim Angstgegner der letzten Jahre PSV Köln(21:27) und zum Abschluss des Jahres gegen TV Strombach(37:21) wurden auch diese Hürden bravourös gemeistert. Im November zog man außerdem erstmalig ins Pokalfinale ein. In einem spannenden Spiel gegen Aachen setzte man sich mit einem „Buzzer-Beater“ kurz vor Schluss durch unsere Julia „ Else“ Stärk mit 31:30 durch. Roetgen gab in dieser Phase auch keinen Punkt ab und alles deutete auf einen Showdown zum Hinrundenfinale hin. Nach einem lockeren Sieg zu Jahresbeginn gegen MTV Köln(33:18)hieß es am 20.01.2018 dann 2. gegen 1., Roetgen gegen Westwacht Weiden, beste Abwehr gegen besten Angriff der Liga. Roetgen verlor eine Woche zuvor widererwartend beim TSV Bonn 2 und stand demnach bereits gehörig unter Druck. Zu diesem Zeitpunkt für viele überraschend, entwickelte sich ein einseitiges Derby. Über 5:0, 10:1 und 12:4 war die Partie bereits zur Halbzeit zugunsten unserer „ Ladies“ entschieden. Am Ende hieß es 25:15. Wir waren nun 5 Punkte und dem besseren Torverhältnis in Front. Diese hervorragende Ausgangsposition sollte auch in der Rückrunde bestätigt werden. Einzig im Spiel gegen Schwarz-Rot Aachen ließ man einen Punkt liegen. Das beeinflusste aber nicht die Euphorie und die Sicherheit, die sich mittlerweile entwickelt hatte. Vielmehr war dies das Warnsignal, dass es kein Selbstläufer werden wird und wir Woche für Woche ans Limit gehen müssen. Nach dem Punktverlust folgten sowohl in Bocklemünd(21:27), Zuhause gegen Frechen(36:26) und bei der Gala-Vorstellung in Siebengebirge (34:17) durchweg souveräne Siege. Es sollten zwei Heimspiele folgen, die über die Meisterschaft entscheiden sollten. Im Spiel gegen Bonn mühten wir uns zu einem 18:14(7:9)- Sieg. Hier muss man allerdings berücksichtigen, dass mit Patti und Claudia zwei wichtige Stützen verletzt fehlten und unsere „ Jungs“ aus der A Jugend bereits mit dem Kopf beim Finale waren, welches am darauffolgenden Tag ausgetragen wurden.- Verständlich!! Umso wichtiger, dass die „Ladies“ das als Team gemeistert haben. Gleichzeitig verlor Roetgen in Bocklemünd, so dass der Vorsprung vier Spiele vor Saisonende auf 6 Punkte angewachsen war und die Meisterschaft zum Greifen nah war. Denn auch das nächste Spiel gegen PSV Köln(28:20) konnten wir für uns entscheiden. Am Ostersamstag entschied sich dann ohne unser Eingreifen die Meisterschaft. Roetgen verlor erneut und zwar ihr Nachholspiel in Nümbrecht denkbar knapp mit einem Tor. Nun stand es fest: Wir waren Mittelrheinmeister und Aufsteiger in die Nordreinliga und das bereits drei Spieltage vor Saisonende. Es wirkte zwar alles noch ein wenig surreal, aber die Freude war bei allen Beteiligten außerordentlich groß. Als frischgebackener Mittelrheinmeister gewannen die „ Ladies“ eine Woche später auch zum ersten und wahrscheinlich letzten Mal in der Vereinsgeschichte( Anm. Fusion zum HC Weiden) den Kreis A-Pokal gegen den TV Roetgen. Das Double war perfekt und die Damen dürfen kommende Saison am HVM-Pokal teilnehmen. Der Gewinner des HVM-Pokals qualifiziert sich für die 1. Runde des DHB-Pokals. Bei den letzten drei anstehenden Spielen war das Ziel klar formuliert. Jetzt wollen wir auch die Kirsche auf die Sahnetorte setzen und kein Spiel mehr verlieren. Mit dem Bus ging es nach Strombach. –Vielen Dank an dieser Stelle an den Verein, dass dies möglich gemacht wurde – Strombach verstärkte sich mit Spielerinnen aus der 1. Mannschaft, spielte befreit auf und agierte lange Zeit auf Augenhöhe. Viele technische Fehler und Fehlwürfe führten dazu, dass man sich erst gut 10 Minuten vor Spielende entscheidend absetzen konnte - Sieg Nr. 17 war eingetütet. Zwei Wochen später ging es dann nochmal auswärts ran beim MTV Köln – auch hier bewahrte man die fast blütenweiße Weste und siegte nach toller ersten Hälfte letztlich mit 33:28. Zum Saisonabschluss hieß das Duell dann Meister gegen Vizemeister. Nach emotionalen Verabschiedungen unserer Abgänge Ramona, Patricia, Maria und Claudia entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem man merkte, dass die Last auf beiden Seiten abgefallen ist. Die Trainer und viele Zuschauer sahen ein abwechslungsreiches, schnelles und hochklassiges Oberligaspiel. Nach 60 Minuten war es dann amtlich – Die Damen haben es geschafft, 20 Spiele ungeschlagen zu bleiben. Auch der dritte Vergleich ging letztlich verdient mit 34:31 an den Meister. Im Anschluss wurde bis in die frühen Morgenstunden eine herausragende Saison gefeiert und spätestens jetzt hat auch jede einzelne Spielerin realisiert, was wir da gemeinsam erreicht haben. Gerne möchte ich zu jeder Spielerin auch noch 2-3 Worte verlieren. Fangen wir bei unseren Torhüterinnen an. Jenny war über die ganze Saison hinweg ein sicherer Rückhalt. Nach ihrer Knieverletzung kam sie noch stärker zurück und zeigte teils überragende Leistungen. Unsere Diana ist sehr engagiert und hat bei Ihren Einsätzen immer gezeigt, was in ihr steckt. Vor allem ihre Leistung im Pokalfinale ist mir in guter Erinnerung geblieben. Last but not Least Ramona. Ramona war arbeitsbedingt stark eingebunden. Hat aber nicht gezögert und war zur Stelle, als sowohl Jenny und auch Diana längere Zeit verletzt ausfielen. Unsere Flügelflitzer auf Linksaußen. Stets schnell auf den Beinen, waren sie sich für keinen Tempogegenstoß zu schade. Auch wenn Selina leider öfter verletzt war und dann auch noch zwei Monate in Schweden verbrachte, hat sie sich immer voll reingehangen. Unsere Les zeigte diese Saison ihr erstes 10-Tore Spiel und auch sonst gute Leistungen. Und auch Alina verdeutlichte in ihrem ersten Jahr mit Doppelspielrecht, worauf wir uns in den kommenden Jahren freuen dürfen. Torgarantie auf Halblinks. Julia (Else) und Patricia sorgten mit insgesamt 221 Toren für fast jedes dritte Tor des Teams und das auf zwei völlig unterschiedliche Art und Weisen. Auf der einen Seite Else (123 Tore/2. der Torschützenliste) die einen Wurf aus der zweiten Reihe hat, der in der Liga seinesgleichen sucht und die gegnerischen Torhüter oft vor unlösbare Aufgaben stellte. Auf der anderen Seite Patti (98 Tore/ MVP der Liga)die mit ihren starken 1:1 Aktionen ihre Gegenspielerinnen schwindelig spielte. Unsere „ Regisseure“ auf der Mitte. Elisa und Claudia leiteten gleichermaßen gut das Spielgeschehen und brachten ihre Nebenleute präzise in verschiedene Wurfpositionen, ohne an eigener Torgefahr einzubüßen. Auch in der Abwehr waren beide wichtige Stützen. Elisa als „ Spitze“ in der 5:1 Deckung und Claudia hatte ihre Gegenspielerinnen auf der Halbposition stets im Griff. Ihre 12-jährige Karriere im Damenteam der Westwacht krönte sie neben den vier Aufstiegen am letzten Spieltag mit 7 – 7m Toren aus 7 Versuchen. Kommen wir in den rechten Rückraum. Unsere Tina, bereits im zweiten Jahr als A Jugendliche mit dabei, hat einen weiteren Sprung gemacht. Auch wenn sie recht zierlich aussieht, weiß sie genau, wie sie in der Abwehr zupacken muss. Auch im Angriff deutete sie ihr großes Potenzial an. Mit Maria haben wir die zweitdienstälteste Spielerin auf Rückraumrechts. Trotz ihres Studiums in Bonn versuchte sie, so oft wie möglich dabei zu sein. In den Spielen, in denen sie dabei war, gab sie immer 100% und gerade am Ende der Saison zeigte sie, warum sie in den letzten 11 Jahren ein wichtiger Teil des Teams war. Eine weitere A Jugendliche ist unsere Lynn. Im Laufe der Saison wurde unsere einzige Linkshänderin im Rückraum auch immer wichtiger mit ihren tollen Toren aus dem Rückraum. Ebenso hat sie für sich das Abwehrspiel entdeckt, denn wer gegen sie spielen durfte, hatte meist nicht viel zu lachen. Unsere Rechtsaußen. Sarah -noch ein A Jugendliche-immer gut gelaunt zeigte sie, als eine der Leistungsträgerin der A –Jugend (Anm. die A Jugend ist übrigens auch Mittelrheinmeister geworden) auch bei den Damen immer ansprechendere Leistungen, die im vorletzten Spiel mit 5 Toren ihren Höhepunkt fand. Cäpt´n Manu – solide bearbeitete sie die rechte Außenbahn und war meist eine sichere Vollstreckerin im Tempogegenstoß und auf Außen. In der Abwehr kann sie auf der „ Spitze“ auch gerne dem gegnerischen Rückraum das Leben schwer machen.Zum Schluss kommen wir zu unseren Kreisläufern. Unser „Küken“ Svenja hat mit ihren 16 Jahren auch die ersten Schritte im Seniorenbereich gemacht. Trotz ihres jungen Alters verfügt sie über eine große körperliche Präsenz und weiß diese sowohl in der Abwehr, als auch im Angriff einzusetzen. Ely wurde vor der Saison zum Kreisläufer umfunktioniert. Die etatmäßige Rückraumspielerin hat vielleicht gerade deswegen stets gewusst, wie sie sich für den Rückraum einsetzen konnte und positionieren musste. Dabei blieben die eigenen Torerfolge auch nicht auf der Strecke. Unser zweiter Cäpt´n Marita, der emotionale Leader der Truppe. Sie und Ely waren der „Fels in der Brandung“ in unserer Abwehr und haben dabei häufig Bälle erobert, die zu einfachen Toren führten. Ich darf sagen, dass ich wahnsinnig stolz auf jede einzelne meiner „ Ladies“ bin. Niemand konnte diesen Erfolg in der Art und Weise so voraussehen. Jede einzelne hat ihren Teil zu diesem Erfolg beigetragen. Aber besonders stolz bin ich darauf, dass vor allem das Team im Vordergrund stand. Niemand hat sich über den Gesamterfolg gestellt und das war letztlich ein großer Schlüssel zum Erfolg. Nur so werden wir auch kommende Saison Erfolg haben. DANKE, Mädels. Es hat mir große Freude bereitet diese Saison mit euch zu arbeiten! # NIEOHNEMEINTEAM Danke auch an unsere Fans, die teilweise auch bei Auswärtsspielen die Mädels tatkräftig unterstützt haben. Große Klasse! Weiterhin bedanken möchte ich mich bei Jürgen Bayer, der die Spielpläne so optimal gelegt/verlegt hat, dass es kaum Überschneidungen gab und ich sowohl bei der A Jugend, den Damen und den Herren dabei sein konnte. Ein großer Dank gilt auch unserem Zeitnehmer Kosi, der fast ausnahmslos dabei war. Genau so bedanke ich mich bei den „ Ersatzleuten“ Michelle, Ron und Pe. Zu guter Letzt bedanke ich mich bei meinen Trainerkollegen Bobo für die A Jugend und Thorben bei den Damen. Ihr wart für mich und für beide Teams eine große Unterstützung. Jetzt freue ich mich auf die handballfreie Zeit, aber noch mehr freue ich mich auf die neuen Herausforderungen in der Nordrheinliga. Ich sehe uns personell gut aufgestellt für die kommenden Aufgaben und hoffe, dass wir im ersten Jahr als HC Weiden weiterhin für Erfolge sorgen können. Mit sportlichen Grüßen Marc Schlingensief

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